ARCANUM

Eine Kurzkritik von Kwinto

Positiv:

- viele Nebenquests erhöhen den Langzeitspaß

- Gut/böse und magisch/technisch Ausrichtung in vielen Varianten und Abstufungen möglich

- die vielfältige Auswahlmöglichkeit unter den Gefolgsleuten ist grundsätzlich positiv

- U-Bahn, Zug und Schiffe als zusätzliche und schnelle Bewegungsmöglichkeit 

Negativ

- das Bewegen in der Landschaft ist mehr als mühsam, es ist eine Qual

- die Weltkarte ist fad und schlecht konzipiert.

- die Wegpunktsetzung auf den Karten funktioniert schlecht

- zappelige Bewegungen der Figuren

- das Spiel verfällt in Zeitlupentempo, wenn eine größere Anzahl von Gegnern gleichzeitig dargestellt wird (auch tote Gegner, die sich gar nicht mehr rühren)

- lähmend langsamer Wechsel von einer Karte zur anderen

- schlecht verständliche Abkürzungen und Eigenschaftsbeschreibungen

- Gegner-Balancing zu wenig flexibel, über weite Strecken sind sie zu schwach

- zu wenige Gegenstände und schlecht dem Spielverlauf angepasst. Du kannst alle guten Gegenstände schon zu Beginn des Spiels bekommen

- unvollständige, unverständliche und falsche Anzeige der Eigenschaften von Gegenständen

- schlechtes, weil uninformatives Handbuch

Die lästigsten Fehler:

Ungefähr die Hälfte der Quests kannst du nicht durch Hinweise im Spiel lösen. Du musst alle möglichen Anleitungen im Internet lesen.

Du musst einige Personen mehrmals zu verschiedenen Zeitpunkten ansprechen um etwas bestimmtes zu erfahren. So etwas Ödes. Du reist ständig, vielleicht auch noch auf der langweiligen Weltkarte von Stadt zu Stadt, beginnst immer wieder von vorn die Häuser abzuklappern (Markierungen oder Notizen kannst du nicht anbringen) und musst immer wieder Gespräche beginnen um endlich zu jenem Punkt zu kommen, wo sich etwas Neues ergibt.

Es gibt im Spiel zwar viele mögliche Gefolgsleute, die meisten sind aber unbrauchbar.

1. Manche bleiben nur bis zur Erfüllung eines bestimmten Quests. Das kann extrem kurz sein, manchmal einige Level lang, insgesamt aber sind diese Begleiter uninteressant.

2. Manche folgen dir nicht, weil du noch zu schwach bist. Wenn du sie später wieder triffst, sind sie für dich zu schwach.

3. Du kannst auf die Entwicklung deiner Gefolgsleute keinen Einfluss nehmen, das Schema ist fix vorgegeben.

4. Du kannst nichts vernünftiges mit deinen Gefolgsleuten reden.

5. Du kannst mit deinen Gefolgsleuten kaum interagieren. Nur in ganz wenigen Ausnahmen kannst du – und auch da nur, wenn ihre Stimmung sehr schlecht ist – mit Geschenken ihre Haltung dir gegenüber verbessern.

6. Gefolgsleute rüsten sich gnadenlos mit diversen unidentifizierten oder verfluchten Geständen aus. Du bist ständig am Korrigieren ihrer Ausrüstung.

Es gibt im Spiel eine Autosave-Funktion: was die macht? Nichts! Es wird überhaupt nicht automatisch gespeichert. Verlass dich also nicht darauf. Gemeint ist nämlich Quicksave (Taste F7).

Die Taste F8 (Quickload) lädt keineswegs den Spielstand, den du mit F7 gespeichert hast. So wird es nämlich in der Handbucherweiterung erklärt. F8 lädt den zuletzt gespeicherten Spielstand.

Im Spiel kannst du öfter in den Besitz einer Kamera kommen, die eigenartigerweise als Kaliumnitrat bezeichnet wird. Egal, ob nun die Bezeichnung oder das Bild falsch ist, Geld bekommst du so oder so nicht viel dafür. Wichtig ist nur, dass du die Kaliumnitrat-Kamera nicht mit der richtigen Kamera verwechselst, die du an der Absturzstelle findest. Verkauf letztere nicht. Auch Ristezze in Nebelbergen solltest du die Kamera nicht geben, wenn er sie von dir verlangt. Du brauchst sie, sehr spät im Spiel, bei einem Quest in Caladon.

Hotelbesitzer in Black Root: Du musst eine Kassette besorgen, aber wenn du sie abgeben willst, hast du keine Möglichkeit dazu.

K'na Ta - Die Programmierer im Vollrausch.

1. man muss Fackeln mit Fernwaffen auslöschen um weiter zu kommen. Das wird zunächst einmal nirgendwo erklärt. Ziemlich dumm, wenn man in einem Spiel nur mit Hilfe des Internets weiter kommt.

2. Das Auslöschen läuft nach einem riesigem Versuch Irrtum Schema ab. Wenn du die falsche Fackel löscht, landest du irgendwo, musst einiges wieder von vorn anfangen. Sehr unterhaltsam.

3. Du musst alle Türen mit der Waffe aufbrechen. Jedes Mal stellt sich einer der Begleiter genau zwischen Tür und Dich. Sehr intelligent.

4. Ist die Tür offen, bleibt der Begleiter stehen und die Gruppe ist blockiert. Du musst ein Stück zurück laufen, damit dein Begleiter von der Tür weg gelockt werden. Sehr lustig.

5. Besonders lustig, wenn du gerade von Gegnern beschossen wirst, solange nämlich, bis deine Gruppe ausgelöscht ist.

6. Irgendwann stehst du irgendwo und kommst nicht weiter. Die einzige vorhandene Fackel auszulöschen hilft nicht und es gibt wieder einmal keinerlei Hinweise. Du überlegst, ob du das Spiel abbrechen sollst. Vorher beschießt noch die durch einen Graben von dir getrennten Monster. Eher aus Verzweiflung, weil angreifen könne sie dich ja nicht. Mit Fernwaffen dauert das ganze circa 500 Mausklicks, pro Monster wohlgemerkt. Vollkommen bescheuert.
Nach dem dritten Monster kannst du die Fackel löschen und du kommst doch weiter. Danke für diesen Intelligenztest.

Weitere Infos zu arcanum